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Vertragsärztliche Tätigkeit - Neue bzw. geänderte GOP im EBM

Autor: Friederike Löser am 28.08.2014

Zur Durchführung und Auswertung der Kapselendoskopie gibt es nach dem Beschluss ab Juli je zwei Gebührenordnungspositionen (GOP) für Kinder und für Erwachsene. Ärzte rechnen die Durchführung der Untersuchungen bei Kindern mit der GOP 04528 ab, bei Erwachsenen mit der GOP 13425. Für die Auswertung wurden die GOP 04529 und die GOP 13426 aufgenommen. Die Vergütung erfolgt extrabudgetär – ohne Mengenbegrenzung und zu festen Preisen. Rund 115 Euro gibt es für die Untersuchung, etwa 247 Euro für die Auswertung. Damit wird die Kapselendoskopie mit insgesamt 362 Euro honoriert. Die Kosten für die Untersuchungskapsel sind darin nicht enthalten (vgl. Praxisinformation der KBV vom 26.06.2014)

Frauenärzte erhalten seit 1. Juli 2014 eine höhere Kostenpauschale für den Bezug von Mifepriston bei einem medikamentös ausgelösten Schwangerschaftsabbruch. Statt 81,80 Euro sind es 89,25 Euro. Hintergrund ist, dass der Preis für das Medikament mit dem Wirkstoff Mifepriston gestiegen ist. Nachdem der Hersteller den Medikamentenpreis erhöht hat, waren die Kosten für den Bezug von Mifeprsiton nicht mehr gedeckt. Mit der Anhebung der Pauschale auf 89,25 Euro werden die Ausgaben wieder in voller Höhe beglichen. Die Ärzte rechnen die Kosten für den Bezug von Mifepriston mit der Pauschale 40156 EBM ab. Die Kostenpauschale 40156 ist nur bei Durchführung eines medikamentös ausgelösten Schwangerschaftsabbruchs unter medizinscher und kriminologischer Indikation (GOP 01906 EBM) berechnungsfähig. Weitere Einzelheiten sind in Kapitel 40 EBM geregelt. ((vgl. Praxisinformation der KBV vom 10.07.2014)

Die alte, noch bis 30. Juni geltende Regelung sah vor, dass Hausärzte und Pädiater beim ersten persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt die GOP 03220 beziehungsweise 04220 als Zuschlag zur Versichertenpauschale abrechnen. Sucht der Patient ein weiteres Mal den Arzt auf, wurde diese GOP durch die GOP 03221 beziehungsweise 04221 ersetzt. Die PVS-Systeme verlangten, dass die erste Chronikerpauschale gelöscht werden muss, bevor die neue eingetragen werden kann. Das entfällt künftig. Die GOP 03221 / 04221 ist anstelle eines Zuschlags zur Versichertenpauschale als Zuschlag zur GOP 03220 / 04220 berechnungsfähig. Der Vorteil: Kommt ein chronisch kranker Patient im selben Quartal noch einmal in die Praxis, muss der Arzt nur noch die GOP 03221 / 04221 hinzufügen. Die bereits eingegebene GOP 03220 / 04220 bleibt stehen. Sie muss nicht wie bisher gelöscht werden. (vgl. Praxisinformation der KBV vom 26.06.2014)

Neu im EBM stehen ab Oktober die GOP 31371 für den operativen Eingriff am rechten Auge und die GOP 31372 für den operativen Eingriff am linken Auge. Bei einem beidseitigen Eingriff rechnet der Operateur die GOP 31373 ab. Für belegärztliche Operationen werden analog dazu Gebührenordnungspositionen in das Kapitel 36 des EBM aufgenommen. Die Abrechnung der Verlaufskontrolle – die ein operativ oder ein konservativ tätiger Augenarzt durchführen kann – erfolgt für das rechte Auge über die GOP 06334 und für das linke Auge über die GOP 06335. Vergütung zum vereinbarten Preise Für den ambulanten operativen Eingriff erhalten Vertragsärzte rund 164 Euro je Auge. Bei einer Injektion des Medikamentes in beide Augen sind es etwa 220 Euro. Die Verlaufskontrolle hat der Bewertungsausschuss mit etwa 10 Euro je Auge bewertet. Die Vergütung erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung und damit ohne Mengenbegrenzung zu den vereinbarten Preisen. Ärzte, die die intravitreale Injektion vornehmen, benötigen dafür eine Genehmigung ihrer Kassenärztlichen Vereinigung. Eine Vereinbarung zur Qualitätssicherung, die die Anforderungen definiert, wird vorbereitet. Sie soll zum 1. Oktober in Kraft treten. (vgl. Praxisinformation der KBV vom 26.06.2014)


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