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Vertragsärztliche Tätigkeit - eGK ab 01.01.2015

Autor: Friederike Löser am 28.08.2014

Ab 01.01.2015 gilt ausschließlich die elektronische Gesundheitskarte (eGK), die alte Krankenversichertenkarte (KVK) ist dann abgelöst. Die KVK ist dann unabhängig von dem Gültigkeitsdatum kein Nachweis für eine gesetzliche Krankenversicherung mehr. Nur für Versicherte der sonstigen Kostenträger, wie Freie Heilfürsorge, behält die KVK ihre Gültigkeit. Die Hersteller von Praxissoftware sind gehalten, das Einlesen der KVK technisch auszuschließen. Die einzige Ausnahme ist die Notfallversorgung. Hier ist die Behandlung im Ersatzverfahren zulässig. Das bisherige Ersatzverfahren bleibt zulässig bei Ausfall der Praxis-EDV, bei Hausbesuchen ohne transportables Kartenlesegerät oder der Patient die Kasse gewechselt hat, aber noch keine neue eGK erhielt. Der Abrechnungsschein muss vom Patienten unterschrieben werden. Sollte im Laufe des Quartals doch noch die eGK eingelesen werden, ist ein zweiter Abrechnungsschein auszustellen und der erste anzuheften.


Es ist zu erwarten, dass einige wenige Patienten im Januar 2015 entweder noch keine elektronische Gesundheitskarte (eGK) haben oder aber fälschlicherweise noch die alte Karte, obwohl sie bereits über eine Gesundheitskarte verfügen. Kann der Patient beim Praxisbesuch seine gesetzliche Krankenversicherung nicht über die eGK nachweisen, hat er 10 Tage Zeit, diesen Nachweis zu erbringen. Andernfalls kann die Praxis die Behandlung dem Patienten als Selbstzahler berechnen. Wird durch den Patienten bis zum 31.03.2015 der Nachweis der gesetzlichen Krankenversicherung mittels eGK erbracht, ist diese anzuerkennen, bereits vereinnahmte Selbstzahlerbeträge zurück zu erstatten.

Die eGK ist bei jedem Besuch einzulesen. Sollte die EGK bereits bei einem früheren Besuch im laufenden Quartal erfasst worden sein, kann auf die bereits hinterlegten Daten zugegriffen werden.

Für Verordnungen gilt grundsätzlich, dass ohne Nachweis einer gesetzlichen Krankenversicherung keine Verordnung zu Lasten der Krankenkasse ausgestellt werden dürfen. Der Arzt ist verpflichtet, eine Selbstzahlerverordnung auszustellen, auf der er vermerkt, kein Nachweis der Krankenversicherung. Es obliegt dem Patienten, die Kostenerstattung für diese Verordnungen bei seiner Krankenkasse zu beantragen.

Die eGK unterscheidet sich von der KVK durch das zusätzliche Lichtbild. Die Praxen sind verpflichtet, das Lichtbild mit dem Patienten abzugleichen. Bei offensichtlicher mangelnder Übereinstimmung darf die Karte nicht eingelesen werden. Die Überprüfung beschränkt sich auf offensichtliche Unstimmigkeiten zwischen der vorgelegten Karte und der Person hinsichtlich des Alters, des Geschlechts und des aufgebrachten Fotos. Ohne Foto sind die eGK bei Kindern unter 15 Jahren und Versicherten mit einer Pflegestufe. Bei diesem Patientenkreis bezieht sich die Überprüfung auf die sonstigen optischen Identitätsmerkmale wie Alter und Geschlecht. Bei Verdacht auf einen Missbrauch darf der Arzt die Karte einziehen und an die jeweilige Krankenkasse zur Klärung übergeben.


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